Totemphonia Studio Berlin

ENVO

Lautstärke, die den Raum hört.

Adaptive Lautstärkeregelung fürs iPhone. ENVO misst den Lärm um dich herum und pegelt deine Wiedergabe in Echtzeit nach, damit Musik, Podcasts und Anrufe verständlich bleiben, wenn die Welt lauter oder leiser wird. Du gibst den Pegel vor. ENVO hält ihn richtig.

INFO
ACTIVE
AMBIENT

—dB

VOL

50%

ADJ

0.0dB

RESPONSE
DIR
RANGE

Raum

Simulierte Räume, echtes Regelgesetz: dieselbe Rechnung wie in der App, ohne Ton und ohne Mikrofon.

01 · Die Idee

Nicht konstante Lautstärke. Konstanter Abstand.

„Genau richtig“ hat nichts mit der Lautstärke deines Podcasts zu tun. Es geht um den Abstand zwischen ihm und allem anderen im Raum. Wird der Raum lauter, steigt der Geräuschteppich und verschluckt diesen Abstand: Du verstehst nichts mehr, obwohl der Podcast genauso laut spielt wie vorher.

Du willst also keine konstante Lautstärke, sondern einen konstanten Abstand. Dafür muss die Lautstärke sich bewegen, hoch, wenn die Welt laut wird, zurück, wenn sie verstummt. Zehnmal pro Sekunde misst ENVO die Umgebung und entscheidet einmal pro Sekunde, ob es etwas tut. Dein gewählter Pegel ist immer die Nulllinie: Berührst du die Lautstärketasten, wird er zur neuen Nulllinie. Du kämpfst nie gegen die App.

02 · Die Messung

Maskierung messen, nicht Lautheit.

Wie laut ein Raum ist und wie sehr er das begräbt, was du hörst, sind zwei verschiedene Fragen. ENVO zerlegt das Signal in sechs Oktavbänder von 125 Hz bis 4 kHz, breitet jeden Bandpegel mit 12 dB pro Oktave nach oben aus, weil tiefes Dröhnen auch die Bänder darüber verdeckt, und gewichtet das Ergebnis nach ANSI S3.5, also danach, wo Sprache ihre Information trägt. Eine A-Bewertung würde das Dröhnen einer Bahn fast übersehen. ENVO nicht.

Wie ein Belichtungsmesser behält ENVO das Bild nicht: Aus dem Mikrofon wird eine Zahl berechnet, das Audio sofort verworfen.

03 · Die Regelung

Eine Treppe, keine Rampe.

ENVO rechnet in Dezibel, der Sprache deines Ohrs: rund 0,5 dB Lautstärke pro dB Raumänderung, nie weiter als ±3, ±6 oder ±9 dB von deiner Nulllinie. iOS bewegt die Systemlautstärke nur in Schritten von etwa 3 dB, und ENVOs Absicht ändert sich höchstens um 0,75 dB pro Sekunde. Schritte sind deshalb selten und nie hastig.

Der Raum wird lauter umENVO tut
unter ~5 dBnichts, eine Tür geht auf
~5 dBeinen Schritt, +3 dB
~12 dBzwei Schritte, +6 dB
~20 dBdrei Schritte, +9 dB

04 · Was ENVO nicht verwechselt

Die eigene Musik, lautere Stimmen, eine zugeschlagene Tür.

Die eigene Musik. Das Mikrofon hört auch deinen Lautsprecher, und eine naive App würde sich selbst hochdrehen. ENVO misst den Geräuschteppich deshalb in den leisen Momenten zwischen Beats und Wörtern, als L90 der letzten 10 bis 60 Sekunden, und lernt aus seinen eigenen Lautstärkeschritten, welcher Anteil vom Gerät stammt.

Lauter werdende Stimmen. Füllt sich ein Restaurant, sprechen alle lauter, und der Raum klettert ins Dröhnen (der Lombard-Effekt). ENVO erkennt sprachgeprägten Lärm an Spektrum und Silbentakt und dreht ihm höchstens 3 dB weniger hinterher. Motoren, Lüftung und Verkehr bekommen die volle Reaktion.

Die Tür. Kurze Spitzen werden über den Median gestutzt, bevor sie den Teppich erreichen. Ein lauterer Raum zählt, ein Händeklatschen nicht.

05 · Sicherheit

Warum ENVO nicht mit deinen Ohren durchgehen kann.

  1. 01Harte Decke bei 92 % Systemlautstärke, nur für ENVOs eigenen Beitrag.
  2. 02Nie weiter als ±3, ±6 oder ±9 dB von deiner Nulllinie.
  3. 03Nie mehr als ein Viertel des Reglerwegs, fünf Hardware-Schritte.
  4. 04Höchstens 0,75 dB Änderung pro Sekunde.
  5. 05Deine Nulllinie gewinnt immer.
  6. 06Zieht sich von selbst zurück und landet exakt auf null.
  7. 07Folgt der Lombard-Spirale nicht.
  8. 08Spitzen lösen keine Sprünge aus.
  9. 09Hört sich nicht selbst zu.
  10. 10Steuert nie blind, wenn das Mikrofon ausfällt.
  11. 11Sagt, wenn es nicht messen kann: Tasche, verdeckt, übersteuert.
  12. 12Fasst nichts an, wenn nichts spielt.
  13. 13Gibt zu, wenn ein Ausgang die Lautstärke selbst führt.
  14. 14Fängt neu an, wenn Kopfhörer kommen oder gehen.

162 Tests im öffentlichen Source Code treiben das ausgelieferte Regelgesetz an, nicht eine Nachbildung davon. Was hier steht, ist nachlesbar statt zu glauben.

06 · Integrität

Was ENVO nicht kann.

Der Eingang ist komprimiert. iOS regelt das Mikrofon automatisch nach. Gemessen auf einem iPhone 14 gegen ein kalibriertes Schallpegelmessgerät lesen sich 20 dB echte Änderung als 15,6 dB. ENVO adaptiert nützlich, nicht messgenau.

Durchgehende Musik über Lautsprecher setzt einen Boden, unter den ENVO nicht sehen kann: Es bringt dich auf deinen Ausgangspegel zurück, aber nicht darunter. Über Kopfhörer gilt der volle Bereich.

Die Zahl auf dem Display ist eine maskierungsgewichtete Schätzung mit ±10 dB Unsicherheit, kein dB(A). Als relatives Maß ist sie brauchbar, als absolute Messung nicht.

07 · Die App

Ein Instrument, keine Oberfläche.

RESPONSE
Fenster für den Geräuschteppich: SLOW 60 s, MED 30 s, FAST 10 s.
RANGE
±3, ±6 oder ±9 dB von deiner Nulllinie. Eine Leinenlänge, kein Empfindlichkeitsregler.
DIR
Nur Anhebungen, nur Absenkungen oder beides.
CALIBRATE
Rund 35 s Raumkalibrierung mit rosa Rauschen, oder eine 5-Sekunden-Auffrischung.
START / STOP
Vor START fasst ENVO nichts an.
AUTO-RESUME
Beim Start fortsetzen, wenn ENVO zuletzt lief.

ENVO läuft im Hintergrund mit jeder Audio-App, behält auf Bluetooth-Kopfhörern hochwertiges Stereo und lässt sich per Siri, Action Button oder Kurzbefehl starten. Kopfhörer sind der beste Fall: Dort hört das Mikrofon den Raum und nicht deine Musik.

08 · Datenschutz

Kein Audio wird jemals aufgezeichnet, gespeichert oder übertragen.

Nachprüfbar

Du musst mir nicht glauben. ENVO ist Open Source.

Eine App, die dauerhaft dein Mikrofon liest, verlangt Vertrauen. Und Vertrauen sollte nicht davon abhängen, dass jemand auf seiner eigenen Website nette Sätze über sich schreibt. Der vollständige Source Code von ENVO ist deshalb öffentlich.

Jede Aussage auf dieser Seite steht dort zum Nachlesen: dass aus dem Mikrofonsignal nur Pegel berechnet und die Abtastwerte unmittelbar danach verworfen werden; dass es keinen Netzwerkaufruf gibt, an den überhaupt etwas gesendet werden könnte; dass die Sicherheitsgrenzen aus Abschnitt 05 wirklich im ausgelieferten Regelgesetz stehen und nicht nur in einer Beschreibung davon. Auch die Grenzen aus Abschnitt 06 sind im Code zu finden. Sie zu verschweigen wäre ohnehin sinnlos, wenn jeder nachsehen kann.

Wer Code liest, kann das selbst prüfen. Wer nicht, kann jemanden fragen, der es kann. Beides ist mehr, als ein Datenschutzversprechen sonst zu bieten hat.

Source Code auf GitHub

ENVO ist darauf gebaut, mit dem empfindlichsten Sensor deines Telefons vertrauenswürdig umzugehen. Diese Erklärung gilt für die iOS-App ENVO von Totemphonia Studio Berlin und ist zugleich ihre Datenschutzerklärung.

Es werden keine Daten erhoben. ENVO hat keine Analyse-Werkzeuge, kein Benutzerkonto und keine Netzwerkverbindung. Es werden keinerlei personenbezogene Daten erfasst, gespeichert oder weitergegeben, auch nicht in anonymisierter Form.

Das Mikrofon wird ausschließlich zur Pegelmessung in Echtzeit verwendet. Aus dem eingehenden Audio werden ausschließlich momentane Schallleistungspegel im Arbeitsspeicher berechnet und unmittelbar danach verworfen. Es entsteht zu keinem Zeitpunkt eine Aufnahme: Nichts wird auf den Datenträger geschrieben, zwischengespeichert oder das Gerät verlassen.

Alles läuft auf deinem Gerät. Es gibt keinen Server, kein Konto, keinen Netzwerkaufruf. Kalibrierungsprofile und Einstellungen werden ausschließlich lokal auf deinem Gerät gesichert und mit der App gelöscht.

In der App-Privacy-Angabe im App Store ist ENVO entsprechend als „Es werden keine Daten erfasst“ deklariert, ohne Tracking. Das beiliegende Privacy Manifest (PrivacyInfo.xcprivacy) weist kein Tracking und keine erfassten Datentypen aus; als einzige begründungspflichtige API ist CA92.1 angegeben: das lokale Speichern deiner Einstellungen und deiner Kalibrierung.

Fragen zum Datenschutz beantwortet kontakt@totemphonia.com.

09 · Support

Hilfe, Rückmeldungen, Fehlerberichte.

ENVO wird von Kilian Fix im Totemphonia Studio Berlin entwickelt. Support gibt es direkt und von der Person, die die App gebaut hat: Schreib an kontakt@totemphonia.com. Fehler und Vorschläge kannst du auch direkt als Issue im GitHub-Repository eintragen.

Hilfreich für einen Fehlerbericht: dein iPhone-Modell und die iOS-Version, worüber du gehört hast (eingebauter Lautsprecher, kabelgebundene Kopfhörer, Bluetooth, AirPlay), was gespielt hat, ob du kalibriert hattest, sowie die Einstellungen von RESPONSE, RANGE und DIR. Wenn ENVO eine Meldung angezeigt hat (MIC COVERED, NOTHING PLAYING, OUTPUT NOT CONTROLLABLE), dann bitte auch welche.

Antwort kommt in der Regel innerhalb weniger Werktage.

ENVO ist Open Source. Wer die Arbeit daran unterstützen möchte, kann das über GitHub Sponsors tun.

ENVO liest deine Umgebung, damit deine Ohren es nicht müssen.